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Silberne Ehrennadel für Verdienste um MS-Kranke

Dieter Hollwedel in Berlin von Christian Wulff ausgezeichnet

SYKE. Hohe Ehrung für den Syker Dieter Hollwe-del: In Anerkennung seines langjährigen Engagements in der Multiple-Sklerose- Selbsthilfe Gruppe Syke und Umgebung wurde Hollwedel jetzt im Berliner Jolly Hotel vom Bundes- verband der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.Christian Wulff, Schirmherr des Bundesverbandes, überreichte die Auszeichnung. Wulff zollte den freiwillig Aktiven - zusammen mit Dieter Hollwedel wurden fünf weitere Ehrenamtliche mit Silber ausgezeichnet - dickes Lob. "Was Sie geleistet haben und weiterhin leisten, ist aller Ehren wert", sagte er in seiner Ansprache. "Sie bringen Wärme und Helligkeit, wo es oftmals wenig Lichtpunkte gibt und den Schatten zu mindern, der auf das leben MS-Erkrankter fällt." Die Helfer bezeichnete der räumte Hollwedel gegen- über unserer Zeitung ein. Über Urkunde und Ehren-nadel habe er sich gefreut. "Ich werde das als Ansporn nehmen, mich weiter zu engagieren." Selbst seit 24 Jahren von der Erkrankung betroffen und mittlerweile auf den Rollstuhl angewiesen, möchte er insbesondere anderen MS-Kranken mit Rat und Tat mit der "Krankheit der tausend Gesichter" behilflich sein. Außerdem nimmt er als Vertreter des Behinder- tenbeirats die Belange dieser Bevölkerungsgruppe derzeit im Bauausschuss wahr. Die Syker MS-Gruppe trifft sich regelmäßig an jedem dritten Montag im Monat ab 16 Uhr zum Gruppennachmittag im evangelischen Gemeinde- haus und am jedem vierten Montag im Monat ab 19.30 Uhr zum Gesprächsabend im Sudweyher Gasthaus Voßmeyer.
Weser Kurier 08.11.05
Frank Bagdatopulos
prominente Schirmherr als Vorbilder für die Jugend. "Ihr Wirken ist wahrhaft vorbildlich, und ich spreche Ihnen dafür meine Hochachtung aus." Besonders freue er sich, dass sich auch immer mehr junge Menschen in der DMSG engagierten, fügt Wulff hinzu. Fernseh- moderator Cherno Jobatey führte durch die vom Streichquartett der Musikschule Berlin feierlich untermalte Festveranstaltung, mit der die DMSG alljährlich verdienstvollen Persönlichkeiten dankt. Die Laudatio auf den Syker hielt DMSG-Bundesgeschäftsführerin Dorothea Pitschnau-Michel. Mit Einsatzfreude und großem Geschick organi-siere Dieter Hollwedel die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe Syke, deren Leitung er seit 1988 inne hat. "Ob es darum geht. Menschen als ehrenamtliche helfer zu gewinnen Referenten für interessante Informationsveranstaltungen zu verpflichten oder MS in der Öffentlich-keit zum Thema zu machen. Herr Hollwedel findet stets die richtigen Worte", betonte Pitschnau-Michel. Sein selbstloses Wirken sei für die Gruppenmitglieder Ermutigung und Ansporn zugleich."Ich war überrascht, als ich die Einladung vom Bundesverband bekam",

Keine Fessel, sondern Chance

Seminar zeigt: Rollstuhl kann Lebensqualität verbessern

LANDKREIS (sdl) • An den Rollstuhl gefesselt - bei dieser Formulierung kann Dieter Hollwedel nur mit dem Kopf schütteln. Seine Überzeugung: "Der Rollstuhl ist ein Hilfsmittel. Wenn ich ihn vernünftig einsetze, dann erweitert er meine Mobilität."
Genau darum ging es gestern bei einem Seminar in der Syker Sporthalle am Riederdamm: um mehr Mobilität und mehr Lebensqualität. Sich von Stefan Spula (Sportlehrer für Rehabilitation) gezielt schulen zu lassen, dazu hatte die Multiple-Sklerose-Gruppe Syke und Umgebung Menschen zwischen 20 und über 70 Jahren eingeladen; Betroffene, die nicht ständig auf den Rollstuhl angewiesen sind, aber immer wieder. "Wir haben 45 Mitglieder, die in die Gruppe kommen", berichtete Anja Wrede, die gemeinsam mit Dieter Hollwedel die MS-Gruppe leitet. Rechne man alle telefonischen Kontakte und Hausbesuche dazu, dann seien es wohl um die 90, schätzte das Leitungsteam. 17 Teilnehmer zählte es gestern beim Mobilitätsseminar. Die Organisatoren wissen: Vielen Betroffenen fällt es nicht leicht, den Rollstuhl im eigenen Leben zu akzeptieren. Technik zu vermitteln, Akzeptanz zu schaffen und gleich-zeitig genügend Raum für Spaß und Spiel zu bieten - das stand gestern im Mittelpunkt. Zunächst übte Spula mit den Teilnehmern elementare Grundfertigkeiten: Wie treibt man einen Rollstuhl an, ohne Kraft zu vergeuden? Wie problemlos vorwärts oder rückwärts fahren? Wie richtig "Ankippen", um einen Bordstein meistern zu können?
Der Versorgungsschlauch auf der Gasse zwischen den Buden eines Stadtfestes: Viele Menschen bemerken ihn kaum. Aber für Rollstuhlfahrer ohne Erfahrung kann er sich als unüberwindbare Hürde erweisen. Ganz bewusst im "geschützten Raum", sprich in der Sporthalle, arbeitete Spula gestern mit seinen Klienten. Genauso wichtig wie die Technik war ihm die mentale Sicherheit im Umgang mit dem Gefährt. Deshalb lenkte der Sportlehrer die Rollstuhl-fahrer mit einem Ball oder einem Schwungtuch ab. Genauso ermunterte er sie dazu, Hilfspersonen gezielt anzuleiten. Außerdem wollte Spula den Seminarteilnehmern zeigen, dass sie trotz Rollstuhl mit "Sport im weitesten Sinne" viel Spaß erleben können. Der Sportlehrer: "Ich sehe meine Ziele verwirklicht, wenn ein Teilnehmer lachend durch die Halle fährt und nicht einmal merkt, dass er gerade Stoppen und Bremsen lernt." Natürlich gehöre auch das Üben unter realen Bedingungen dazu; die Erfahrung, dass ein Bürgersteig schief sei oder dass auf nassen Blättern, die am Bordstein kleben, die Rollstuhlräder durchdrehen können. Wer mehr über die MS-Gruppe erfahren möchte, kann sich an Anja Wrede (Tel. 04203/4959) oder Dieter Hollwedel (04242/70782) wenden.

Quelle: Kreiszeitung [27.09.2004]

Achtung, Bordstein: simulierte Alltagssituationen trainierte Stefan Spula gestern mit Rollstuhlfahrern, hier mit Inga Hübner. Foto: Seidel
Seltene Ehrennadel
für Anja Wrede

Anerkennung für Arbeit in MS-Gruppe

Landkreis (jb) . Die hohe Auszeichnung war die Überraschung während der Weihnachtsfeier mit knapp vierzig Teilnehmern der Multiple Sklerose (MS) Kontakt-gruppe Syke im Gasthaus Scholvin-Ortmann in Riede. Die Geschäftsführerin Elke Sylvester vom Landesverband Niedersachsen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG): "Unsere Anja Wrede macht sehr viel Arbeit, um diese Gruppe zusammen zu halten. Das ist auch bei uns in Hannover angekommen. Deshalb bin ich hier, um Anja Wrede mit der seltenen silbernen Ehrennadel Dank zu agen." Die Weyherin leitet seit über zehn Jahren zusammen mit Dieter Hollwedel im Team die Syker Kontaktgruppe. Dabei setzt sie sich für alle Belange der Betroffenen aufopfernd und engagiert ein, hieß es. Die Mitglieder wüssten das sehr zu schätzen. Und auch alle an dieser Weihnachtsfeier beteiligten Gäste, unter anderem Dr. Michael Kaupisch aus Brinkum, durften sich über eine der buten Weihnachtstüten freuen, die von Anja Wrede liebevoll zusammen gestellt worden waren.

Quelle: Kreiszeitung 08.12.2004

Anja Wrede (links) bekam von Elke Sylvester, Landesverband Niedersachsen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, die silberne Ehrennadel.
Foto: Behr